02.07.2026, BZR, Kauffrau/Kauffmann

Über hundert Kaufleute feiern ihren Abschluss

Am 30. Juni konnten über hundert Kaufleute in Altstätten ihr Diplom abholen und in das Berufsleben durchstarten. An der Diplomfeier wurde zwar gefeiert, allerdings gab es auch ernste Worte mit auf den Weg.

Am 30. Juni wurden in der Altstätter Schöntal-Turnhalle die frischgebackenen Kaufleute des Berufs- und Weiterbildungszentrums Rorschach-Rheintal geehrt und durften ihr Diplom abholen. Mit der Ehrung in Altstätten endete ein Kapitel und es begann ein neuer Lebensabschnitt. Jetzt können die Absolventen auf dem über Jahre aufgebauten Fundament weiterbauen und sich eine goldene Zukunft schaffen.

Doch bevor es so weit war und sich die Wege trennten, trafen sich die ehemaligen Schulkollegen ein letztes Mal, um gemeinsam zu feiern und vor allem gefeiert zu werden. Über 800 Leute versammelten sich in der, um an diesem besonderen Moment dabei zu sein.

«Nichts ist unmöglich»

Felix Wetter, Leiter Kaufmännische Berufe, BM, MPA am BZR, machte den Anfang. «Es freut mich, dass wir so nahe an unserer Schule eure Diplome feiern dürfen. Und so viel sei bereits verraten: Einige von euch haben absolute Traumnoten eingefahren.» Wetter gab den Absolventen ein Zitat von Napoleon mit auf den Weg: «Nichts ist unmöglich. Denn sonst wärt ihr heute Abend nicht hier.»

Musikalisch begleitet wurde der Anlass durch die Rheintaler Singer-Songwriterin Melanie Malou, welche ebenfalls vor wenigen Jahren die KV-Lehre abschliessen durfte. Mit einem Schmunzeln sagte sie: «Ich sage euch aber nicht, vor wie vielen Jahren das war.»

«Eure Zeit ist jetzt»

Rolf Grunauer, der Rektor, eröffnete im Anschluss mit einer Geschichte von einer Baustelle: «Ein Passant fragt drei Bauarbeiter, was sie auf der Baustelle machen. Der Erste antwortet, dass er Steine schleppt. Der zweite Bauarbeiter verdient Geld. Und der Dritte baut ein Schulhaus.» Obwohl alle drei am gleichen Projekt arbeiten, unterscheidet sich ihre Auffassung davon, welchen Sinn ihre Arbeit hat.

Das lässt sich metaphorisch auch auf die Kaufleute übertragen: «Sinn entsteht, wenn aus Müssen langsam Können wird. Sie dürfen daher nicht nur auf ihr Zeugnis stolz sein, sondern besonders auch auf Ihre Leistungen. Beispielsweise wenn sich die Prüfungen häuften oder im Betrieb Chaos herrschte und Sie dennoch einen kühlen Kopf behielten.»

Die Diplomierten werden in eine Welt entlassen, die von KI regiert wird. «Doch KI wird immer durch menschliche Entscheidungen geschlagen. Wer sich immer wieder weiterbildet, wird nicht zum Opfer der KI, sondern lernt, mit ihr zu arbeiten.» Der heutige Lehrabschluss sei daher ein Schlussstrich und eine Startlinie gleichzeitig. «Nutzen Sie KI, aber seien Sie kritisch und glauben Sie nicht alles. Lassen Sie sich nie das Selberdenken abnehmen.»

In dem Sinne: «Eure Zeit ist jetzt.»

«Steht nicht still»

Der Gastredner dieses Jahr war Armin Hanselmann, studierter Politikwissenschaftler und seit Februar Gemeindepräsident von St.Margrethen. «Ich habe keine Lehre hinter mir, aber hätte ich eine gemacht, wäre ich Automechaniker geworden. Ich habe den klassischen Studentenweg gemacht und bin einfach ein paar Jahre später im Büro gelandet.»

Den Absolventen gab er ein wichtiges Zitat mit auf den Weg: «Die Zukunft hängt davon ab, was ihr heute tut. Ihr habt während der Lehre ein Fundament gebaut und darauf könnt ihr jetzt ein Haus bauen.»

Auch wenn man so ein Zitat eher auf einer Baustelle erwarten würde, passe es sehr gut zu den Absolventen. Denn von nun an seien sie keine Lehrlinge mehr, sondern Fachkräfte. «Steht nicht still und bringt frischen Wind in euer Büro.» Wer zudem Angst vor der Zukunft habe, dem sei ein Zitat von Abraham Lincoln ans Herz gelegt: «Die beste Möglichkeit, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten.»

5.6 als Bestnote

Im Anschluss war es Zeit für die Klassenehrungen. Jede Klasse wurde auf die grosse Bühne gebeten, wo die Absolventen ihre Zeugnisse bekamen und für einen kurzen Moment das Rampenlicht und den Applaus von hunderten Zuschauern geniessen konnten. Wer besonders gute Noten vorweisen konnte, wurde am Ende erneut ins Rampenlicht gebeten, um sich besonders feiern zu lassen.

Ausgezeichnet wurden über hundert Kaufleute. Insgesamt vierzehn davon erreichten eine Gesamtnote zwischen 5.3 und 5.6. Livia Kehl aus Walzenhausen, angestellt bei der Just Schweiz AG, konnte mit der Gesamtnote 5.6 als Jahrgangsbeste gefeiert werden.

Bericht: rheintal24, Fabian Alexander Meyer

Fotos: Gian Kaufmann