01.07.2026, BZR, Kauffrau/Kauffmann

Mit gepacktem Rucksack und viel Zuversicht in den nächsten Lebensabschnitt

Am Dienstagabend feierten 116 Diplomandinnen und Diplomanden des Berufs- und Weiterbildungszentrums Rorschach-Rheintal (BZR) den erfolgreichen Abschluss ihrer Kaufleute-Lehrzeit.

Felix Wetter, Leiter der Abteilung Kaufmännische Berufe/BM/MPA, lachte und sagte: «Ich habe vermutlich noch nie so viele Luftfächer und Mini-Ventilatoren gesehen.» Wie überall in diesen Tagen war es heiss in der Altstätter «Schöntal»-Turnhalle, was aber der Feierlaune keinen Abbruch tat. Schliesslich muss ein Diplom entsprechend gefeiert werden. Etwa 800 Gäste füllten die Halle praktisch bis auf den letzten Platz. Wetter wandte sich an die jungen Kaufleute:

Ich kann es vorwegnehmen: Sie waren richtig gut und haben eine grossartige Leistung vollbracht. Einige haben sogar absolute Traumergebnisse erreicht.

«Sinn entsteht häufig nicht dort, wo es bequem ist»

Etwa 100 von ihnen hatte BZR-Rektor Rolf Grunauer ein paar Wochen vor den Abschlussprüfungen zum Thema «Sinn» befragt. Einige Antworten gefielen Grunauer besonders gut, etwa: «Sinn ist, wenn man montags aufsteht und nicht nur der Wecker weiss, warum.»

Rückblickend wurde die Lehre immer dann als sinnvoll erlebt, wenn zum Beispiel ein Problem gelöst werden konnte oder wenn ein Kunde zufrieden war. Grunauer sagte: «Eine Lehrabgängerin hat geschrieben, als sie zum ersten Mal eine Aufgabe komplett allein erledigen konnte und das Team mit dem Ergebnis zufrieden war, hatte sie das Gefühl, dass sich die Lehre wirklich lohnt.»

Genau dies sei der Punkt, so der Rektor. Sinn entstehe häufig nicht dort, wo es bequem sei, sondern dort, wo man merke: Ich wachse, ich werde gebraucht, ich übernehme Verantwortung und wo man spürt: Mein Einsatz hat Wirkung. «Sinn entsteht, wenn aus Müssen langsam Können wird», sagte Grunauer. Eine Lehrabgängerin beschrieb es so:

Ich bin am meisten stolz darauf, dass ich auch an schwierigen Tagen drangeblieben bin, und jetzt weiss ich, dass ich jede Herausforderung meistern kann.

Der heutige Lehrabschluss ist ein Schlussstrich, aber auch eine Startlinie: der Anfang von etwas Neuem.»

«Bleibt nicht stehen, erweitert euer Fundament»

Der St. Margrether Gemeindepräsident Armin Hanselmann sagte in seiner Festrede: «Während eurer Lehrzeit habt ihr das Fundament errichtet, und ab jetzt baut ihr an eurer Zukunft. Der Weg steht euch für alles offen.» Aber etwas dürfe nicht vergessen werden, sagte Hanselmann: «Euer Erfolgskonto müsst ihr selber füllen.

Ab morgen seid ihr keine Lernenden mehr, sondern Fachkräfte für unsere wirtschaftliche Zukunft.» Mit dem erfolgreichen Abschluss der Lehre sei alles in den Rucksack gepackt, damit das Fundament hält und der nächste Schritt klappt. «Bleibt nicht stehen: Erweitert euer Fundament mit neuen Themen und Ideen. Bleibt neugierig und mutig.»

Die Singer-Songwriterin Melanie Malou performte an der Feier drei Songs, darunter den Lady-Gaga-Klassiker «Always Remember Us This Way». Nachdem die Diplome überreicht worden waren, wartete ein feiner Apéro auf die frischgebackenen Berufsleute.

Ausgezeichnete Leistungen

Alle Diplomandinnen und Diplomanden durften stolz auf ihre Leistung sein. 14 von ihnen gelangen mit Noten von 5,3 und höher richtige Traumresultate. Die Note 5,3 erreichten: Lorine Gloor (Sonnenbau AG, Diepoldsau), Carina Doris Huber (Die Mobiliar Generalagentur, Heerbrugg), Anita Jakupi (Permapack AG, Rorschach), Xenia Jost (Hotelplan Suisse, Chur), Muhammed Melih Karakoc (Bauwerk Group Schweiz AG, St. Margrethen), Lukas Mäser (Raiffeisenbank Rebstein-Marbach), Larissa Nüesch (Raiffeisenbank Mittelrheintal, Widnau) und Calvin Silverio Tuerio (St. Galler Kantonalbank, Rorschach). Note 5,4: Leontina Krstic (Raiffeisenbank Oberes Rheintal, Altstätten), Naéla Schmid (Gemeindeverwaltung Diepoldsau). Note 5,5: Elvira Lecaj (SFS Group Schweiz AG, Heerbrugg), Benjamin Roduner (Gemeindeverwaltung Thal), Oltian Shala (Jansen AG, Oberriet). Die famose Gesamtnote 5,6 erzielte Livia Kehl (Just Schweiz AG, Walzenhausen).

Bericht und Fotos: Der Rheintaler, Von Hansueli Steiger