03.12.2020, Blog

Schulverlegung soll begründet werden

Kantonsrat - Der St.Galler Kantonsrat hat auf Pläne des Bildungsdepartements reagiert, in Rorschach ein Kompetenzzentrum für Gesundheitsberufe aufzubauen. Dafür würde der jetzige Standort in St.Gallen geschlossen. Das Berufsfachschulzentrum in Rorschach müsste aufgegeben werden. Die dortigen Ausbildungen sollen auf andere Standorte verteilt werden.

Dieser Entscheid sei ohne die relevanten Bildungspartner getroffen worden, wird in einer Motion der Fraktionen von CVP-EVP, SP und Grünen kritisiert. Grundlegende Informationen seien damit gar nicht vorhanden gewesen. Der Schritt habe zu Unverständnis und grosser Verunsicherung geführt.

Postulatsbericht mit Gesamtkonzept abwarten

Massgebliche Standortentscheide im Bereich der Berufsbildung dürften erst dann getroffen werden, wenn ein Postulatsbericht mit einem Gesamtkonzept vorliege, das vom Kantonsrat diskutiert worden sei, so die Forderung im Vorstoss. Auf den bereits gefällten Entscheid sei dabei «nötigenfalls zurückzukommen». Dieser Vorstoss wurde in der Novembersession am Dienstag für dringlich erklärt.

In der am Mittwoch veröffentlichten Antwort schlug die Regierung vor, die Motion in ein Postulat umzuwandeln. Versprochen wurde ein Zwischenbericht. Es sei verständlich, dass die Kommunikation des Grundsatzbeschlusses Irritation auslöste, hiess es in der Stellungnahme. Der Beschluss, der in der Zuständigkeit der Regierung liege, sei aber sachlich begründet und das «Top-down»-Vorgehen erklärbar. Die Lösung sei so über-zeugend gewesen, dass sie von der Regierung beschlossen worden sei, erklärte Bildungschef Stefan Kölliker (SVP) im Rat. Im Kanton gebe es eine Berufsfachschule zu viel, führte er aus. Die Ausbildung für die Gesundheitsberufe könne von einem Mietobjekt in St.Gallen in eine Liegenschaft des Kantons in Rorschach verlegt werden. Unter anderem sei damit der Schulstandort Rorschach gesichert.

Man wolle keinen Zwischenbericht, sondern einen Gesamtüberblick, hiess es aus dem Rat. In anderen Voten wurde die Regierung unterstützt. Schliesslich lehnte aber die Mehrheit die Umwandlung in ein Postulat ab und überwies die Motion mit 64 gegen 40 Stimmen. Was diese Motion nun für den Regierungsentscheid zur Schulverlegung nach Rorschach bedeutet, ist vorerst nicht klar. Kölliker erklärte, die Regierung müsse die neue Situation zuerst abklären. (sda)

St. Galler Tagblatt, 3.12.20